Die Philosophische Praxis — genba

 

Es ist gar nicht so einfach, Orientierung zu behalten oder sich neu zu orientieren. Das ist gerade in herausfordernden Lebensphasen, aber auch in bedrängenden Zeiten oft anstrengend, häufig begleitet von einem Gefühl der Unsicherheit, manchmal sogar Angst. Verführerisch scheint es da, sich an anderen zu orientieren. Dabei ist es wichtig, die eigene Orientierung zu finden.

Zentrale Fragen nach dem Sinn im eigenen Leben kann man nur für sich selbst beantworten, wie auch die sinnbezogenen Fragen Woher komme ich? und Wohin gehe ich? und Was kann ich tun?

 

Besonnenheit und Nachdenken können dabei sehr hilfreich sein, anders als Grübeln, in das gar nicht wenige angesichts von Krisen und Zukunftsängsten verfallen. Das eigene Denken, die eigenen Sorgen und Hoffnungen, Erwartungen kritisch begleiten, die Orientierung in einer oft unübersichtlichen, sich überlappenden Vielfalt von Möglichkeiten nicht zu verlieren, ist eine Herausforderung.

Die Philosophische Praxis versteht sich nicht als „Behandlungsraum”, sondern als Ort der Praxis, der Übung, der Einübung in dieses ganz persönliche, tiefe Nachdenken. Sie gibt darin Raum zu Reflexion und Orientierung, zur Horizonterweiterung im Blick auf das Nachdenken anderer, soweit das in der jeweiligen Situation hilfreich ist.

Nutzen Sie die Möglichkeit, Ihrem Denken und Nachdenken auf die Spur zu kommen und entdecken Sie, wie anregend und erfrischend, oft auch befreiend das sein kann.

 

genba — was bedeutet das?

 

Der Name genba und ich haben uns zufällig gefunden. Ursprünglich hatte ich das Wort als Kunstwort vor Jahren notiert und eine Domain dazu angemeldet. Erst Jahre später, nachdem ich angefangen hatte, dazu zu recherchieren, zeigte sich der Reichtum des Namens.

Im Japanischen wie Chinesischen besteht genba aus zwei Schriftzeichen. Das erste bedeutet soviel wie real, gegenwärtig und das zweite Schriftzeichen etwa Ort, Platz. Daraus kann man die Bedeutung ableiten: Ort des Geschehens und tatsächliche Praxis, an Ort und Stelle.

Im dortigen Sprachgebrauch bezeichnet genba auch einen Tatort, den Ort eines Geschehens. Um das Geschehene verstehen zu können ist der konkrete Ort wichtig, sind die Einzelheiten und Beobachtungen dort bedeutsam, um das Geschehen letztlich verstehen und entschlüsseln zu können.